Die eigenen vier Wände

Den richtigen Weg zu finden, dabei helfen auch die Schilder an den Türen der Zimmer, mit Namen und Fotos der Bewohner und kleinen persönlichen Erkennungszeichen wie Blumenkränzen oder Bildern.

Bei uns gibt es Einzel- oder Doppelzimmer, teilmöbliert und barrierefrei, mit Duschbad, behindertengerechter Toilette, Notrufanlage, Telefon-, Radio- und Fernsehanschluss.

In den eigenen vier Wänden, auch im Doppelzimmer, ist und bleibt jeder sein eigener Herr. Mit der Freiheit, Raum und Zeit nach den eigenen Vorstellungen zu gestalten: lesen, diskutieren, fernsehen, entspannen, Gäste empfangen oder ausschlafen. Die Privatsphäre unserer Bewohner zu achten und vor dem Eintreten zu klopfen, ist für uns selbstverständlich.

„Kennen gelernt haben wir uns durch eine Wurst!“

Von der Studentenbude ins St. Ludgeri-Heim

Dr. Gertrud Schütze und Therese Nolte kannten sich seit über 60 Jahren, als sie gemeinsam ins St. Ludgeri Essen-Werden gezogen sind, um sich dort ein 3-Zimmer-Appartement zu teilen.

Nolte: Wir kommen beide aus der Hannoveraner Gegend und haben zusammen in Köln studiert: Deutsch, Englisch und Geschichte. Kennen gelernt haben wir uns durch eine Wurst. Eine dicke Wurst! Den Eichsfelder Feldgieker. Ich hatte gerade ein Paket von zu Hause bekommen, und da habe ich Gertrud eingeladen.

Schütze: 1935 sind wir zusammen nach Breslau geflohen. Dort haben wir das erste Mal zusammen gewohnt. 1936 sind wir zurück nach Münster gegangen, wo wir auch Examen gemacht haben. Dann kam der Krieg, und wir wurden getrennt.

Nolte: Als wir in dieser schwierigen Zeit die Unseligkeiten der einzelnen Charaktere kennen gelernt haben, haben wir uns Gedanken gemacht, was aus uns eigentlich einmal wird.

Schütze: Zuerst hatten wir ja noch Verpflichtungen. Aber als 1974 ihre Eltern starben, sind wir wieder zusammengezogen.

Nolte: Wir haben schon damals gesagt: Wenn wir nur ahnen, dass es schlechter geht, ziehen wir in ein Heim. Damit wir auch noch eine gewisse Freiheit haben und uns besser an die Atmosphäre gewöhnen kann. Bei dem Heim war uns vor allem wichtig, dass es ein Haus mit einer Kapelle ist.

Schütze: Jetzt wohnen wir schon seit 8 Jahren zu Zweit in einer 3-Zimmer-Wohnung in St. Ludgeri. Das ist optimal. Wenn wir mal Krach haben, kann sich jeder in sein Zimmer verziehen. Dass man auch mal verschiedene Ansichten hat, ist doch normal. Und auch gut so.