Kapelle
Das Alter ist eine bewegte Zeit. Auch wenn viele Jüngere sich das nicht vorstellen können. Menschen verändern sich bis zum Tage ihres Todes. Alt lernen wir uns neu kennen. Das Gesicht im Spiegel überrascht uns. Die Meisten fühlen sich jünger als sie zahlenmäßig sind. Merkwürdig nur, dass dieser Unterschied den anderen kaum aufzufallen scheint.
So ist das Alter voller Widersprüche. Wie mit vierzehn müssen wir uns noch mal verstehen lernen. Wenn die Sinne nachlassen und das Gedächtnis, wenn Gebrechen die Lebenskreise einschränken. Die Vergangenheit erscheint wie gestern und das Heute hundert Jahre alt. Alte Sorgen verschwinden und andere tauchen erst im Alter auf. Gerade, was lange unter dem Teppich lag, kommt oft spät wieder zum Vorschein.
Ähnlich ist es mit den Freuden. Was uns ein Leben lang begeistert hat, interessiert plötzlich nicht mehr. Anderes gefällt und reizt uns, was wir früher – kraftstrotzend – einfach übersehen hätten.
St. Ludgeri ist ein christliches Haus. Unsere Kapelle ist unser Raum der Begegnung mit Gott. Wenn ER uns in den Menschen begegnet, so hat das Leben, das hier weiter geht, darin vielleicht seinen Sinn. Wir glauben, dass die Alten, die viel bewegt, die viel bewegen, Seelsorge brauchen können. Aber auch wer nicht glaubt, kann Gott bei uns in Anspruch nehmen.
Gemeinsam mit Pfarrern der katholischen und evangelischen Gemeinde schaffen wir Orte und Zeiten für gemeinsame Rituale, für Gemeinschaft und Gebet. Unser ehrenamtliches Seelsorgeteam gestaltet Wortgottesfeiern, Meditationen, Andachten und Rosenkranzgebete. Für Kranke oder diejenigen, denen es schwer fällt in die Kapelle zu kommen, ermöglicht es Krankenkommunion und Abendmahl. Wegzehrung und Krankensalbung sowie Gelegenheit zur Beichte spenden die Seelsorger.
Als Ort der Stille steht die Kapelle ganztägig offen für Gebet und Meditation.
Immer wieder kommen auch Gemeindemitglieder aus Werden zu uns, um mit uns Gottesdienst zu feiern. Der freitägliche Krabbelgottesdienst mit den Jüngsten der Gemeinde und anschließendem Kaffee und Kuchen im Foyer sowie die Feste im Kirchenjahr prägen das Leben im Haus.



