Bezugspflege

Gerade wenn die eigenen Kräfte nachlassen, wächst das Bedürfnis nach Sicherheit und Verbindlichkeit. Nach bekannten Gesichtern und einem vertrauten Händedruck. Unser System der Bezugspflege berücksichtigt dieses Bedürfnis. Durch feste, verlässliche Ansprechpartner und vorhersehbare, verbindliche Strukturen, Tag und Nacht.

„Pflege ist Beziehungsarbeit.“

Katharina Karras, Bezugspflegefachkraft

Bezugs- und Gruppenpflege – was bedeutet das?

Unser Hausbereich ist in fünf Gruppen mit je acht Bewohnern aufgeteilt. Das Gruppenteam besteht aus Pflegefachkräften und Pflegehelfern. Jedem Bewohner und jeder Bewohnerin ist eine Pflegeperson als primäre Bezugsperson zugeordnet.

Was genau macht eine Bezugspflegefachkraft?

Wir versorgen die Bewohner abwechselnd jeweils eine Woche lang und sind rund um die Uhr für sie da, auch nachts. Gemeinsam mit dem Sozialen Dienst planen wir die Pflege und dokumentieren sie genau. Bei jedem Schichtwechsel findet eine Übergabe statt: In welchem Gesundheitszustand und welcher Gemütslage ist der Bewohner? Muss der Verband gewechselt werden? Ist noch genügend Wäsche da? Auch halten wir den Kontakt zu den Ärzten, Apotheken und Angehörigen und bereiten Begutachtungen durch den Medizinischen Dienst der Pflegekasse vor. Vor allem aber sind wir für die Bewohner erster Ansprechpartner bei allen Fragen des täglichen Lebens.

Was ist der Vorteil der Gruppenpflege?

Pflege ist vor allem Beziehungsarbeit. Früher waren wir für 27 Leute gleichzeitig zuständig. Jetzt haben wir zwar immer noch Kontakt zu allen, aber es ist übersichtlicher. Man kann viel leichter eine persönliche Beziehung knüpfen. Auch durch den Kontakt zu den Angehörigen lernt man die Bewohner, ihre Lebensgeschichte, intensiver kennen, kann besser auf ihre Bedürfnisse eingehen und Vertrauen aufbauen. Das gibt ihnen viel Sicherheit. Gerade pflege ich eine 87-jährige Frau. Wir haben eine sehr innige Beziehung.