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Schritt für Schritt zum Ziel

Käsia hat bei uns ihre Ausbildung absolviert und ist als Pflegefachkraft auf dem Wohnbereich Anna tätig. Die 27-Jährige wusste von Anfang an: „Mit dem Haus harmoniere ich. Schon wenn man hier reinkommt, bemerkt man die Herzlichkeit und das Miteinander und Füreinander“.

„Meine Freunde haben zunächst gestaunt, als ich ihnen erzählt habe, dass ich mich für eine Ausbildung in der Altenpflege entschieden habe“, erzählt Käsia. „Bei unserem Beruf begibt man sich immer wieder in eine Rechtfertigungsposition: Altenpflege heißt nicht, alten Menschen den ganzen Tag den Po abzuwischen!“.

„Ich mag es, Menschen auf ihrem Lebensabschnitt zu begleiten und sie zu unterstützen. Wichtig ist es, sie selbst bestimmen zu lassen. Wenn einer Bewohnerin beispielsweise nach einer Operation das Laufen noch schwerfällt, dann finde ich es toll, ihr dabei zu helfen und zu sehen, wie sie in kleinen Schritten wieder zur alten Form gelangt. Diese Zusammenarbeit macht mir besonders viel Spaß, denn ich sehe Erfolge bei dem, was ich tue“, berichtet Käsia.

Vor 10 Jahren lernte Käsia Fleck die Stiftung St. Ludgeri kennen, denn da machte sie während ihrer schulischen Ausbildung zur Sozialhelferin ein Praktikum bei uns. Nach dem Fachabitur wurde sie schwanger. Als ihre Tochter drei Jahre alt war, bewarb sich Käsia für einen Ausbildungsplatz bei uns. Zuerst absolvierte sie zur Überbrückung einer Wartezeit ein Freiwilliges Soziales Jahr in unserer Einrichtung und startete dann die Ausbildung zur Pflegefachkraft.

Die 27-Jährige mit brasilianischen Wurzeln ist alleinerziehend, ihre Tochter geht nun in die zweite Klasse. Käsia ist sehr stolz darauf, dass ihre Tochter Verständnis für ihren Beruf hat und sehr selbständig ist. „Ich bereite ihr morgens das Frühstück zu und lege ihr die Kleidung heraus. Um 5:30 Uhr verlasse ich das Haus, und wenn meine Tochter mit dem Frühstück fertig ist, ruft sie mich an, dass sie sich jetzt auf den Schulweg macht. Auf sie kann ich mich verlassen. Die Tochter meiner Nachbarin geht mit meiner Tochter zusammen zur Schule. Das ist ein gutes Gefühl.“ Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf funktioniert bei Käsia sehr gut. Hin und wieder nimmt sie ihre Tochter mit zur Arbeit. „Sie kommt sehr gerne hier her, und die Bewohnerinnen und Bewohner freuen sich immer, wenn die Kleine da ist“, erzählt sie.

Seit einem Jahr ist Käsia nun examinierte Pflegefachkraft und arbeitet auf dem Wohnbereich Anna, wo sie sich um elf Bewohnerinnen und Bewohner kümmert. Über ihre Ausbildungszeit sagt sie rückblickend: „Manchmal war es schwer, denn man muss unglaublich viel lernen. Teilweise dachte ich, dass ich das nicht schaffe. Von meiner Praxisanleiterin wurde ich super gut begleitet und konnte alles mit ihr besprechen, was mir auf der Seele lag. Das gab mir Sicherheit“, erzählt Käsia und ergänzt: „Erst in der praktischen Arbeit lernt man, Situationen richtig einzuschätzen und schnell Entscheidungen zu treffen. Damit war ich anfangs etwas überfordert. Aber jede Situation gibt mir die Möglichkeit, dazu zu lernen. Das ist so, wie einen Stein auf den anderen zu setzen.“

Was sollte man mitbringen, um in der Pflege zu arbeiten? „Man braucht eine gute Beobachtungsgabe und Spaß daran, mit alten Menschen zu arbeiten“, erklärt Käsia.

Und wie sieht ihre Zukunft aus?

„Erst einmal möchte ich in meinem Beruf Erfahrungen sammeln und Schritt für Schritt sicherer werden. Daher mache ich mir über mögliche Karrierewege momentan noch keine Gedanken. Eins ist aber klar: Hier habe ich den richtigen Arbeitgeber, der mir viele Möglichkeiten und ein tolles Arbeitsumfeld bietet“, sagt Käsia.

2017-02-27T10:51:05+00:00